Mode aus Fairem Handel – Das Prinzip Fair Trade

Man kennt es von Lebensmitteln wie Kaffee, von Spielzeug oder eben auch von Kleidungsstücken: Das Fair Trade Siegel. Vergeben wird es von verschiedenen Organisationen, die im internationalen Dachverband Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) zusammengeschlossen sind, und mit der Kennzeichnung auf bestimmte positive Aspekte der Produkte hinweisen wollen. Doch was bedeutet es eigentlich genau, wenn Bekleidung aus dem Fairen Handel (Englisch: Fair Trade) stammt? Ist es dann auch automatisch unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt? Und spielen der Ort der Produktion und die Transportwege eine Rolle?

Fairtrade-Bekleidung wird oft auch unter ökologischen Bedingungen hergestellt und umgekehrt. Dennoch hängen die beiden Begriffe nicht zwangsläufig zusammen, denn von der ökologischen Herstellung, etwa Biobaumwolle, grenzt sich Fair Trade erst einmal dadurch ab, dass der Mensch hier im Mittelpunkt steht. Es wird von den Organisationen demnach vor allem kontrolliert, dass die Erzeuger für die gehandelten Produkte einen festgelegten Mindestpreis erhalten, der ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen soll. Darüber hinaus wird versucht, langfristige Partnerschaften aufzubauen, von denen beide Seiten profitieren und es wird darauf geachtet, dass alle beteiligten Arbeiterinnen und Arbeiter fair behandelt und bezahlt werden. Zu diesen Punkten zählen neben dem Verbot von Kinderarbeit auch feste Begrenzungen der wöchentlichen Arbeitszeit, Arbeitsschutz und soziale Absicherung.

Global.Fair. Film – So funktioniert der Faire Handel

In vielen Fällen werden vor der Vergabe des Fair Trade Siegels auch Umweltaspekte mit einbezogen um sicherzugehen, dass die Herstellung der Produkte die Natur nicht mehr als notwendig belastet – eine Garantie, etwa für die Verwendung von Biobaumwolle, ist das Siegel aber nicht. Andersherum wird z.B. beim bekanntesten Siegel für biologisch angebaute Baumwolle und andere Naturfasern, dem Global Organic Textile Standard (GOTS), auch darauf geachtet, dass die Verarbeitungsbetriebe soziale Mindestkriterien erfüllen.

Wichtig ist das Fair Trade Siegel oder eine entsprechende Auszeichnung vor allem, wenn die Kleidungsstücke oder Accessoires im Ausland – speziell in Schwellen- oder Entwicklungsländern – angefertigt werden. Im Gegensatz zu Deutschland oder vielen anderen EU-Ländern existieren dort nämlich oft keine gesetzlichen Bestimmungen zu Arbeitsschutz, Lohnhöhe, etc.

Über den Ort, an dem die Herstellung der Produkte stattfindet, sagen die Siegel indes nichts aus. Wem es wichtig ist, dass die in Deutschland Arbeitsülätze entstehen oder gesichert werden und die Artikel nicht erst um die halbe Welt geschifft werden müssen, der sollte auf die Kennzeichnung „Made in Germany“ achten. Im Bereich Bekleidung ist dies allerdings inzwischen sehr selten gerade bei kleineren Labels kann die Verarbeitung aber durchaus noch vor Ort stattfinden.

Die meisten hier auf der Green Fashion Webseite aufgeführten Modelabels bekennen sich selbstverständlich zum Fairen Handel und tragen demnach das offizielle Trans Fair Zeichen. In Ausnahmen kann es aber auch sein, dass vor allem auf die ökologische Seite der Produktion Wert gelegt wird.

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