Anbau von Biobaumwolle ist auch ökonomisch sinnvoll

Ökologisch gesehen ist der Anbau von Biobaumwolle natürlich ohne Frage dem konventionellen Baumwollanbau oder gar der Nutzung von Gentechbaumwolle vorzuziehen, da bei der biologischen Variante auf giftige Pestizide und andere Chemikalien verzichtet wird. Doch auch die meist von Vertretern der Bio-Gegner angebrachten wirtschaftlichen Vorteile sind laut einem Langzeitversuch des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Realität gar nicht vorhanden. Die Ergebnisse gelten zumindest für die Tropen und hängen damit stark von den klimatischen Bedingungen ab, denn das Projekt fand in der Beobachtungsperiode von 2007 bis 2010 in Indien statt. Weitere Projektstandorte sind Bolivien und Kenia.

Offene Baumwollkapsel

Offene Baumwollkapsel / Foto: FiBL

Das Ergebnis mag vielleicht erstaunen, wird bei genauerem Hinsehen aber schnell einleuchtend: Zwar würden die Erträge von gentechnisch veränderter Baumwolle im Schnitt rund 14% über denen von biologisch angebauten Pflanzen liegen, gleichzeitig verursachen diese aber auch deutlich höhere Kosten beim Anbau. Für die teureren Pflanzen, Dünger und Pflanzenschutzmittel müssen die Bauern etwa 38 Prozent mehr Geld aufwenden als für den Anbau von Biobaumwolle.

Um die Fruchtbarkeit der Böden bei einer ökologischen Produktion auf Dauer zu erhalten, braucht es eine gesunde Fruchtfolge und so wird die Baumwolle hier nicht in jedem Jahr auf der gleichen Fläche angebaut. Im Jahr nach der Baumwolle werden Soja und Weizen gepflanzt und geerntet. Und auch hier zeigte sich im Beobachtungszeitraum, dass die Erträge beim ökologischen Anbau zwar um 7% bei Weizen bzw 15% bei Soja geringer waren, die Produktionskosten aber ebenfalls sehr viel niedriger – um 66% bei Weizen und 49% bei Soja. Insgesamt führte dies zu einer vergleichbaren Rentabilität bei Weizen oder einer sogar leicht höheren Rentabilität pro Fläche in den Biosystemen bei Soja.

Die komplette Studie ist auf Englisch hier zu finden und kann dort auch kostenlos als Pdf heruntergeladen werden:
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0081039

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