Global Organic Textile Standard verabschiedet neue GOTS Version 4.0

Anfang März 2014 gab die GOTS International Working Group (GOTS IWG) die neue Verion 4.0 ihres weltweit anerkannten Standards für die Verarbeitung zertifizierter Naturfaserrn bekannt. Für die Labelstufe „organic“ sind weiterhin mindestens 95% biologische Naturfasern erforderlich, für die Stufe „made with organic“ sind es mindestens 70%. Ebenfalls festgehalten wird am generellen Verbot der Verwendung von Substanzen aus strittigen Verfahren wie der Gen- und Nanotechnologie sowie den Verboten von anderen gefählrlichen Substanzen, wie karzinogene Azofarbstoffen oder Formaldehyd.

Neu: Auch andere Materialien als Naturfasern sind erlaubt

Änderungen ergeben sich nach der neuen Version aber für den konventionellen Anteil, der dementsprechend in der Labelstufe „organic“ maximal 5% und bei „made with organic“ maximal 30% an Nicht-Bio-Fasern beinhalten kann. Hier dürfen nun auch Regenerat- bzw. Synthetik-Fasern verwendet werden, sofern se aus ökologischer Sicht verbessert und zertifiziert sind. Genauer bedeuttet dies:

  • Für Regeneratfasern muss der Rohstoff aus zertifizierter ökologischer Landwirtschaft bzw. nachhaltiger Forstwirtschaft stammen oder zertifiziert recycelt sein.
  • Für synthetische Fasern müssen die Rohstoffe recycelt und ebenfalls entsprechend anerkannter Standards zertifiziert sein.

Hintergrund sind die mittlerweile vertretenen Erkenntnisse, dass der Restanteil nicht unbedingt aus Naturfasern bestehen muss, um nachhaltige Kleidungsstücke mit einer guten Ökobilanz anzufertigen. Für die Textilhersteller ergibt dies den Vorteil, dass sie auch im GOTS-Standard künftig eine größere Auswahl an Fasermischungen zur Verfügung haben. Infolgedessen wird sich auch das Sortiment von GOTS-zertifizierten Produkten erweitern, was letztlich auch der vermehrten Verwendung von Biofasern dient, erläuterte der GOTS Technische Direktor, Marcus Brügel.

Keine Angora-Wolle und kein Virgin Polyester mehr in GOTS Textilien

Verboten werden in Zukunft dafür nun originäres Polyester, da recyceltes Polyester inzwischen ohn Probleme erhältlich ist, sowie die Verwendung von Angorawolle. Hintergrund für Letzteres ist die oft inakzeptable Haltung der Angora-Kaninchen.

Erweiterung der Sozialkriterien

Außerdem wurden auch die Sozialkriterien, die sich an den ILO-Kernarbeitsnormen orientieren (die etwa das Verbot von Kinderarbeit beinhalten), erweitert. Der GOTS 4.0 nennt nun ausdrücklich Programme oder Zertifizierungen, deren Ergebnisse bei der GOTS-Inspektion berücksichtigt werden sollen: Fair Wear Foundation (FWF), Social Accountability 8000 (SA800), Worldwide Responsible Accredited Production (WRAP) und die Business Social Compliance Initiative (BSCI). Die bereits bestehenden Schulungspflichten zur Arbeitssicherheit sind um die Themen Feuerprävention und Evakuierung ergänzt.

Weitere Informationen auf der offiziellen Internetseite unter www.global-standard.org/de

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